Wissen was das Tier frisst

17. Februar 2021

Wissen was das Tier frisst

Tierbesitzer werden üblicherweise die Deklarationsangaben nutzen um die Qualität eines Tierfutters einzuschätzen. Abgesehen davon dass fast niemand diese richtig deuten kann, lässt sich aus den Inhaltsstoffen auch nicht alles erkennen.

Am Protein lässt sich das gut erklären. Beachtet man nämlich nur die Gesamtmenge, so wie es auf der Packung angegeben ist, fehlen zwei sehr wichtige Faktoren.

 

Biologische Wertigkeit und Verdaulichkeit

Jedes Protein verfügt über eine der einzigartige biologische Wertigkeit. Aus diesen Proteinen erbaut der Körper sein Gewebe. Eier sind eine der hochwertigsten Proteinquellen und liefern hier einen Wert von 100. Danach folgen Fischmehl mit 92, Rindfleisch und Milch mit 78, Reis mit 75, Sojabohnen mit 68, Hefe mit 63 und Weizengluten mit 40.

Die Verdaulichkeit eines Proteins beschreibt wie es von Magen und Darm aufgenommen werden kann. Dieser Wert kann sehr weit variieren. Haare zum Beispiel haben eine schlechte Verdaulichkeit obwohl sie aus Proteinen bestehen.

Wenn hochwertige Proteine verwendet werden kann deren Qualität extrem leiden wenn das Futter sehr hoch erhitzt wird. Da dann Protein-Zuckerverbindungen entstehen die vom Körper nicht mehr aufgenommen werden.

 

Unzureichende Qualitätskontrolle

Hersteller von Tierfutter müssen nur den Gehalt an Protein angeben. Daher können auch problemlos minderwertige Proteine verwendet werden die eine schlechte Verdaulichkeit aufweisen.

Zugelassen unter der Bezeichnung „tierische Nebenerzeugnisse“ sind somit: Federn, Schnäbel, Sehnen, Rinderhaar, Bindegewebe (Knorpel), fäkale Abfälle von Geflügel und anderen Tieren, und weitere Schlachtabfälle. Fleisch-und Knochenmehl, Fischmehl, Knorpel und Sehnen sind am günstigsten und gleichzeitig vom Körper am schlechtesten zu verwerten.

Das alles wird in großen Mengen verarbeitet und erscheint auf dem Etikett lediglich als Rohprotein, stellt aber einen sehr geringen Nährwert dar. Davon abgesehen stellen diese Zutaten auch nicht gerade das dar was Tierhalter sich unter einem guten Futter vorstellen.

Die Verdaulichkeit eines solchen Futter liegt zum Beispiel bei einem Hund nur bei etwa 70 Prozent, was aber durch die Erhitzung teilweise auch noch verringert wird. Das heißt, dass der Tierhalter gut ein Drittel eines solchen Futter eigentlich nur entsorgt, da es nur einmal durch den Hund wandert ohne irgendeinen positiven Effekt zu haben.

Neben dem Protein kann auch die Qualität anderer Zutaten stark schwanken.

Kohlenhydrate sind eine hervorragende Energiequelle. Leider stammen diese in den meisten Futtermitteln nur von leeren Kalorienquellen wie Zucker, Propylen-Glykol und Maissirup. Hochwertiges Tierfutter enthält komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn die wesentlich gehaltvoller sind.

Abgesehen vom Zuckergehalt, der angegeben werden muss ist es kaum möglich die Qualität der Kohlenhydrate anhand der Inhaltsstoffe zu beurteilen.

Auch bei den Kohlehydraten dürfen sehr minderwertige Abfallprodukte aus der Lebensmittelproduktion verwendet werden. Auch schimmelhaltige Zutaten und ranzige Fette dürfen ganz legal zu Tierfutter verarbeitet werden. Diese können sogar giftige Wirkungen haben.

Daher kann man sagen, dass die rein chemische Analyse wie sie aus der Deklaration der Inhaltsstoffe hervorgeht nichts über die Qualität und Wertigkeit des Futters aussagt. Somit taugen die Angaben nicht um zu entscheiden welches Futter wirklich wertvoll ist.

Vorsicht ist bei folgenden Deklarationen geboten:

Fleisch und Fleischmehl

tierische Nebenprodukte

getrocknete tierische Auszüge

Geflügel-Nebenprodukte

Auszüge von Geflügel-Nebenprodukten

Leber Drüsen

Auszüge aus getrockneter Leber

Fischmehl

Fisch-Nebenprodukte

Oft werden auch die Begriffe Meeresproteinprodukte, Gemüseprodukte und Pflanzenfaserprodukte verwendet. Diese Bezeichnungen sagen so gut wie nichts darüber aus, was wirklich im Futter enthalten ist, da sie so allgemein gehalten sind.

 

Feuchtigkeitsgehalt

Auch die Angabe der enthaltenen Feuchtigkeit erschwert einen Vergleich. Hierzu muss man rechnen.

So kann etwa ein Futter mit 20% Proteingehalt faktisch durchaus weniger Protein enthalten als ein hochwertigeres Futter mit einer Proteinangabe von 6%. Um das wirkliche Verhältnis zu erkennen müsste man nämlich den Proteingehalt auf die im Futter enthaltene Trockenmasse umrechnen.

Somit kann auch der Feuchtigkeitsgehalt eines Futters die Einschätzung über die Qualität stark verfälschen.

Vitamine und Mineralien

Vitamine, Mineralien und Aminosäuren gehen teilweise bei der Produktion eines Tierfutters verloren und werden deshalb künstlich wieder zugesetzt. Außerdem gehen einige dieser Inhaltsstoffe ganz natürlich verloren bevor sie überhaupt verfüttert werden.

Gerade die Vitamine A, E, und B1 können leicht zerstört werden. Diese sind aber sehr wichtig für die Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten. So haben Forscher zum Beispiel herausgefunden, dass bei Katzenfutter teilweise so wenig Vitamin B1 enthalten ist, dass bereits nach wenigen Wochen Mangelerscheinungen auftreten. Ebenso wird durch bestimmte Verarbeitungsmethoden das Vitamin B6 so verändert dass es nahezu wertlos ist und bei Katzen ebenfalls zum Mangel führt.

Katzen leiden zudem oft an einem Mangel an Vitamin A. Das liegt daran dass Futter oft zu wenig Fett enthält und dieses dann zur Aufnahme des Vitamins fehlt. Vitamin A ist aber für viele Körperfunktionen essenziell wichtig.

Zudem können zugesetzte Mineralien zwar chemisch komplett sein aber aufgrund ihrer Struktur trotzdem nur schlecht vom tierischen Körper verwertet werden.

 

Künstlich gegen Natürlich

Abgesehen davon dass die Deklaration unzureichend ist um ein Futter zu beurteilen, stelle man sich einmal vor man müsste als Mensch Nahrung zu sich nehmen die nur im Labor durch Zugaben mit Vitaminen und Nährstoffen vollständig ist.

Die Inhaltsstoffe weisen alles aus was man zum Leben braucht. Alles was in der Herstellung verloren gegangen ist, wurde künstlich zugesetzt. Rein chemisch ist alles drin was nötig ist. Eine Reihe Zusatzstoffe und Lebensmittelfarben sorgen dafür, dass es appetitlich ist. Alles was billig und minderwertig ist wird schön versteckt. Rechtlich hätten wir es hier jetzt mit einem vollwertigen Lebensmittel zu tun was auch noch billig ist...

Würden Sie sich nun ausschließlich davon ernähren ?

Die meisten Menschen würden das wohl verneinen. Aber warum ernähren wir unsere Haustiere ihr ganzes Leben damit? Vielleicht liebt ihr Tier sein Futter und möchte auch nichts anderes. Aber ihr Tier kann nicht entscheiden ob das gewohnte Futter wirklich vollwertig ist. Es entscheidet nur nach Geschmack, Aussehen und Geruch und da leistet die Industrie ganze Arbeit. Außerdem ist es an sein Futter gewöhnt, wie auch Menschen sich an eine ungesunde Ernährung gewöhnen.

 

Mehr Wissen über Tierfutter

Wie man sieht ist die Einschätzung komplex und nicht schnell gemacht. Daher lade ich Sie ganz herzlich in ein kostenloses Fachwebinar ein in dem Sie die Grundlagen einer tiergerechten Fütterung erfahren und danach ganz praktisch in der Lage sind die Futterfalle in Zukunft zu vermeiden. Bitte melden Sie sich unter https://katze-hund-tier.de/webinar kostenlos und unverbindlich an. Ihre Tiere werden es ihnen danken.

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